Gemeinde St. Maria-Magdalena - Pfarramt - Advokatenweg 48 - 06114 Halle (Saale) Impressum Datenschutz

Der Brief

Liebe Glieder und Freunde unserer Gemeinde St. Maria-Magdalena! „Zieht in Frieden eure Pfade! Mit euch sei Gottes große Gnade und seiner heil‘gen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, geht’s unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn; er sei euch nimmer fern spät und frühe! Vergesst uns nicht in seinem Licht und wenn ihr sucht sein Angesicht!“ (ELKG 502) Mit dieser Liedstrophe grüße ich Sie alle zum letzten Mal in einem Gemeindebrief. Wir, meine Frau und ich, blicken zurück auf sieben schöne, von Gott gesegnete Jahre. Gerne denken wir an die vielen Gottesdienste in Halle, Dessau, Köthen und Maasdorf und an die Begegnungen in den Chören und Gemeindekreisen. Unvergesslich bleiben die Wochenenden mit der Partnergemeinde aus Nettelkamp, die Adventsfeiern in Großwülknitz zusammen mit den Magdeburgern, die gemeinsamen Gottesdienste mit der Leipziger Nachbargemeinde, die Familienfreizeiten in Bergwitz, das internationale Corpus Christi-Treffen im Jahr 2017 oder die Feier meines 20. Ordinationsjubiläums 2015. Zahlreiche Erinnerungen und Bilder nehmen wir mit. Aber auch die Ereignisse im Alltag des Gemeindelebens sollen nicht unerwähnt bleiben, die gemeinsamen Hauskreisabende zu Themen aus Bibel und Bekenntnis, die intensive Bibellektüre im Gesprächskreis, die schönen Treffen des Seniorenkreises im Gemeindehaus oder wie zuletzt am 1. September bei Frau Zimmermann an der Saale, die konstruktive Arbeit im Kirchenvorstand, die Einsätze im Kirchenchor und für meine Frau die vielfältigen Einsätze des Posaunenchors vom beeindruckenden Turmblasen auf der Marktkirche bis zu den Gottesdiensten und diakonischen Ständchen. Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Hochzeitsjubiläen wurden gefeiert. Die Jugendlichen sammelten sich eigenständig zeitgleich während der Vorstandssitzungen und waren und sind im Gemeindeleben ebenso präsent wie die zahlreichen Kinder im Unterricht und im Kindergottesdienst. Erfreuliches erlebten wir mit unseren persischen Gemeindegliedern, von den Taufen und Konfirmationen bis hin zu einer Hochzeit und den erfolgreichen Abschlüssen von Kirchenasyl, Asylverfahren und Gerichtsverhandlungen. Osterlieder haben wir auf zahlreichen Friedhöfen miteinander gesungen, wenn wir unsere heimgegangenen Geschwister zur letzten Ruhe geleitet haben. Besonders gerne denke ich an die vielen Hausabendmahlsfeiern in den Häusern und Heimen zurück. Auch dass wir mit Hilfe solcher Sakramentsgottesdienste im kleinen Kreis das von der Obrigkeit im Frühjahr 2020 angeordnete mehrwöchige Gottesdienstverbot in guter Weise geistlich überbrücken konnten, soll nicht unerwähnt bleiben. Dankbar sind wir dafür, dass wir die nun schon fast zwei Jahre anhaltende Pandemiezeit als Pfarrleute in Halle erleben durften mit einer Landesregierung, die die Religionsfreiheit respektierte, und mit einer Gemeinde, die nicht aufhörte, sich um Gottes Wort und Sakrament zu sammeln. Diese Treue der Gemeinde hat mich in meinem Dienst und hat meine Frau und mich als Ehepaar geistlich getragen. Dafür sind wir dem dreieinigen Gott und der Gemeinde und ihren Gliedern von Herzen dankbar, auch für alle Fürbitte. Die wechselseitige Fürbitte möge uns auch in den kommenden Monaten begleiten, wenn die Gemeinde sich auf die Suche nach einem Nachfolger im Pfarramt macht und ich mich einarbeite in die neue Aufgabe als theologischer Lehrer an unserer Hochschule in Oberursel. Sollte der Nachfolger im Pfarramt nicht schon innerhalb der nächsten Monate nach Halle kommen, so freue ich mich darauf, in Absprache mit Vakanzpfarrer Markus Fischer aus Leipzig noch einige Zeit ca. zweimal monatlich Gottesdienste in der Parochie mit der Gemeinde zu feiern. Mindestens einmal monatlich wird Pfarrer Fischer in die Parochie kommen und Gottesdienste halten. Zwischendurch werden immer wieder Lektorengottesdienste stattfinden. Wir danken sehr denjenigen, die sich für diese wichtige Aufgabe schon bisher und auch weiterhin zur Verfügung stellen. Der Gottesdienst am 26. September (14.00 Uhr), in dem Superintendent Junker mich von den Aufgaben als Gemeindepfarrer entpflichten wird (mein Dienst in Oberursel beginnt offiziell am 1. Oktober), markiert zwar nun den Abschied aus dem Pfarramt in der Parochie. Da meine Frau und ich vorhaben, unseren gemeinsamen Wohnsitz im Süden von Sachsen-Anhalt zu nehmen, werden wir uns aber auch nach der Übergangsphase der nächsten Monate – so Gott will – hier und da begegnen, worauf wir uns schon jetzt freuen. Alle fünf Professoren der Hochschule werden jeweils von der Kirchenleitung einem Kirchenbezirk unserer SELK zugeordnet. In meinem Fall fiel die Zuordnung auf Sachsen-Thüringen, so dass ich weiterhin stimmberechtigtes Glied des Pfarrkonvents und der Bezirkssynode sein werde, allerdings nicht mehr als Gemeindepfarrer, sondern als Vertreter der Hochschule. Auch das mag dazu beitragen, dass wir uns nicht ganz aus den Augen verlieren. Bleiben Sie alle unserm Gott und seiner Gnade befohlen und halten Sie die Treue zu den schönen Gottesdiensten des Herrn und untereinander zu den Geschwistern in der Gemeinde und darüber hinaus in unserer Kirche! Das ist mein Wunsch und meine Fürbitte „zum Abschied“. So grüße ich alle mit herzlichen Segenswünschen als Ihr Pastor Armin Wenz
Konfirmation Foto von Adam Tumidajewicz auf pixabay.com