Gemeinde St. Maria-Magdalena  -  Pfarramt  -  Advokatenweg 48  -  06114 Halle (Saale)      Impressum      Datenschutz

Der Brief

Freuet euch der schönen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut! Und doch ist sie seiner Füße reich geschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte, wunderreiche Kreatur. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdental. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, was muss an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein. Philipp Spitta (*1801 †1859) Liebe Glieder und Freunde der Gemeinde St. Maria-Magdalena! Als ich mit meiner Familie vor einigen Jahren im sächsischen Elbsandsteingebirge eine Wanderung machte, trafen wir an einer Rastbank eine Großfamilie aus drei Generationen, die unter freiem Himmel Loblieder sang, darunter das herrliche von Philipp Spitta, das unter der Nr. 556 in unserem Gesangbuch zu finden ist. Spontan stimmten wir in den Lobgesang mit ein, den hinterher die Vögel weiter sangen, als die menschlichen Sänger wieder in unterschiedliche Richtungen ihre Wanderschaft fortgesetzt hatten. Ihnen allen wünsche ich in diesen Sommermonaten wenigstens einige Tage oder Wochen Erholung, sei es auf Reisen oder zu Hause im Garten oder auf Balkonien. Nicht jedem von uns ist zum Loben zumute, wenn lie- be Angehörige schwer erkranken  oder andere Traurigkeiten nach uns greifen. Allzu schnell hat uns zudem der Alltag wieder, der ja nicht immer nur Freuden, sondern auch Frustrationen und Ärger bereithält. Aber auch und gerade in Durststrecken des Lebens profitieren wir von den Sommer- und Sonnenstunden, die wir erleben, hallen auch die an guten Tagen gesungenen Loblieder fort und erinnern uns daran, dass unser Gott uns leitet und hält, egal ob es regnet oder die Sonne über uns scheint. Sein Sohn Jesus Christus hat unser Leben ganz mit uns geteilt, hat mit den Seinen gefeiert und gelacht und getrauert und geweint. Vor allem aber ist er für uns zur ewigen Himmelssonne geworden, die niemals untergeht für alle, die an ihn glauben. In seinem Wort erkennen wir die Schönheiten dieses Lebens und der Schöpfung als Vorgeschmack auf die noch größere und herrlichere Schönheit, die im Himmel auf uns wartet. Verbunden hat er diese beiden Dimensionen des irdischen und des himmlischen Lebens in ihrer Schönheit für uns in unseren Gottesdiensten. Darum lade ich Sie zu diesen gerade in dieser Sommerzeit ein, sind sie doch nichts anderes als Vorbereitung und Einstimmung auf die ewige Sommerzeit, von der unsere Lieder ebenfalls singen (z.B. ELKG 311). Es tut uns gut an Leib und Seele, für die Arbeit und unser Familienleben, wenn wir bei unserm Gott den Atem des Heiligen Geistes schöpfen, der unsere Zuversicht und Hoffnung stärkt und wachsen lässt. So grüße ich Sie herzlich, Ihr Pfarrer Armin Wenz