Gemeinde St. Maria-Magdalena - Pfarramt - Advokatenweg 48 - 06114 Halle (Saale) Impressum Datenschutz

Der Brief

Liebe Freunde und Glieder unserer Gemeinde St. Maria-Magdalena! Im Internetlexikon „wikipedia“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Guericke, eingesehen am 22.7.2019) heißt es über den Gründer unserer Gemeinde, Prof. Dr. Heinrich Ernst Ferdinand Guericke (25.2.1803 - 4.2.1878): „Weil Guericke gegen die Evangelische Union war und 1833 sich von ihr trennte, entließ die Universität ihn am 5. November 1834. Bereits 14 Tage später fand seine Ordination durch Johann Gottfried Scheibel statt, nach der er als Pastor der altlutherischen Gemeinde in und um Halle wirkte. Allerdings emigrierte eine große Zahl der Gemeindemitglieder sukzessive nach Amerika, weshalb sich die Gemeinde langsam auflöste.“ Wer auch immer diesen Artikel geschrieben hat (vielleicht findet sich unter den findigen Computerexperten jemand, der in der Lage ist, dies zu korrigieren), wir wissen es in diesem Fall tatsächlich besser: In diesem Jahr existiert unsere Gemeinde trotz aller Aus- und Abwanderungswellen seit 185 Jahren. Das ist gewiss kein „großes“ Jubiläum, zu dem man Festschriften druckt (wie es zuletzt zum 175. Jubiläum der Fall war, da kann man viel Interessantes nochmal nachlesen) oder Honoratioren zum Dinner bittet. Aber es ist für uns Anlass zum Dank gegenüber dem dreieinigen Gott, der die Gemeinde über so viele Jahre hinweg, nunmehr auch schon dreißig Jahre nach dem Ende der DDR, behütet hat. Die Existenz unserer unionsfreien Kirche ist auch heute kein Selbstzweck. Sie verdankt sich vielmehr der Überzeugung, dass sich die biblische Lehre vom heiligen Abendmahl, wie sie in den lutherischen Bekenntnisschriften bezeugt wird, nicht mit Lehren und Praktiken vereinbaren lässt, die die Gewissheit der Gegenwart des wahren Leibes und Blutes Jesu Christi in den Gaben von Brot und Wein im Abendmahl leugnen, anzweifeln oder gleichgültig machen. Sie verdankt sich auch der Überzeugung, dass die Kirche Jesu Christi nicht nach staatlich- gesellschaftlichen Vorgaben zu gestalten ist, sondern allein nach dem testamentarischen Willen des Heilandes, wie er in der Heiligen Schrift für uns dokumentiert ist. Das gilt insbesondere für die Einsetzungsworte Christi zu Taufe, Schlüsselamt und Abendmahl, die daher auch neben den Zehn Geboten und dem Glauben an den dreieinigen Gott den Inhalt des lutherischen Katechismus bilden, auf den in unserer Kirche die Jugendlichen konfirmiert und die Pastoren ordiniert werden. Mit dieser Überzeugung stehen wir keineswegs alleine da. Weltweit gibt es bekenntnistreue lutherische Kirchen. Die letzte Kirchensynode unserer SELK in diesem Jahr hat erst wieder Kirchengemeinschaft festgestellt zu solchen Kirchen in Nord- und Lateinamerika und in Nordeuropa (Norwegen, Schweden und Finnland). Weitere (wachsende) Schwesterkirchen haben wir in Afrika und Asien. Und in unserer Gemeinde lernen wir, dass lutherische Kirche nicht etwas „Deutsches“ ist, sondern auch gebürtige Iraner und Chinesen sich zu uns gesellen. Die innerdeutsche Glaubensgemeinschaft aber wollen wir einmal mehr genießen, indem wir am 7./8. September das Gedenken unserer Ge-meindegründung zusammen mit un-serer Nettelkamper Schwestergemeinde begehen. Am Samstag treffen wir uns in Köthen zur Besichtigung jener Stadt, in der eigens eine lutherische Kirche gebaut wurde, damit lutherische Christen, darunter auch Johann Sebastian Bach während seiner Köthener Zeit, im reformierten Territorium das Abendmahl an einem lutherischen Altar empfangen konnten. Am Sonntag feiern wir dann in der Magdalenenkapelle einen Gottesdienst mit Beichte und Altarsakrament, in dem Pfarrer Andreas Eisen von unserer Partnergemeinde die Predigt halten wird. Lassen Sie sich diesen Termin und die angenehme Zeit mit den Nettelkampern nicht entgehen! So grüße ich Sie herzlich, Ihr Pfarrer Armin Wenz
Prof. Dr. Heinrich Ernst Ferdinand Guericke (25.2.1803 - 4.2.1878)