Gemeinde St. Maria-Magdalena  -  Pfarramt  -  Advokatenweg 48  -  06114 Halle (Saale)      Impressum

Der Brief

Liebe Liebe Glieder und Freunde der Gemeinde St. Maria-Magdalena! Zu    den    Gipfelpunkten    menschlicher    Errungenschaften gehört    seit    Babels    Zeiten    der    Bau    von    Städten.    Darin zeigt    sich    im    Streben    der    Menschheit    etwas    von    der Sehnsucht    nach    Geborgenheit,    die    jenseits    von    Eden schwer   zu   finden   ist.   In   der   Bibel   ist   dann   auch   nicht Babel,   sondern   Jerusalem   Sinnbild   der   Geborgenheit   des Menschen   bei   Gott   in   einer   sicheren   Stadt.   So   heißt   es   im 46.    Psalm:    Dennoch    soll    die    Stadt    Gottes    fein    lustig bleiben   mit   ihren   Brünnlein,   da   die   heiligen   Wohnungen des   Höchsten   sind.   Gott   ist   bei   ihr   drinnen,   darum   wird   sie festbleiben. Das    ist    der    Unterschied    zu    den    ruhmreichen    Städten unserer   Welt,   heißen   sie   nun   Babel,   Rom   oder   Athen, Moskau,    Paris,    London,    Berlin    oder    Halle.    Diese    sind Resultate   menschlicher   Anstrengungen,   sind   mehr   oder weniger    gelungene    Versuche,    die    menschlichen    Kräfte zum   Wohl   aller   zu   vereinen,   sind   auch   Versuche,   eigene Macht      und      Größe      zur      Selbstvergewisserung      zu präsentieren. Wir     wissen,     dass     unsere     Städte     auch     vom     Bösen heimgesucht    und    missbraucht    werden.    Angesichts    der Wirklichkeit,    in    der    die    Absicht    des    Menschen,    innere Geborgenheit    zu    finden,    oft    geradezu    ins    Gegenteil verkehrt    ist,    bleibt    uns    die   Aussicht    auf    eine    heilsame Gottesstadt zunächst nur als Verheißung für die Zukunft. Genau   das   aber   ist   die   Botschaft   der   Johannesoffenbarung.   Die   Gottesstadt   ist nicht   der   Gipfelpunkt   menschlicher   Kulturgeschichte.   Sie   kommt   uns   vielmehr aus   Gottes   Ewigkeit   entgegen.   Sie   wächst   nicht   von   unten   nach   oben   wie   einst Babel   und   wie   die   Wolkenkratzerstädte   unserer   Zeit,   sondern   sie   kommt   von oben   herab   aus   dem   Himmel,   vollkommen,   fertig   und   bereit   wie   eine   Braut   für die Hochzeit, die immerwährende Gemeinschaft (Offb 21-22). Die   Offenbarung   zeigt,   dass   die   Gottesstadt   jenseits   unseres   Tuns   und   Scheiterns   bereits   errichtet   ist.   Sie kommt   uns   entgegen,   sie   ist   im   Anbruch.   Und   sie   hält   für   uns   bereit,   was   Menschen   in   ihren   Städten   oft vergeblich   suchen:   liebevolle   Gemeinschaft   und   gelingendes   Leben   -   und   das   alles   nicht   gegen   hohe Gebühren, sondern kostenlos, so viel wir brauchen. Der   dafür   bürgt,   ist   Christus   selber,   der   sich   selbst   in   der   Losung   für   das   Jahr   2018   als   Quelle   lebendigen Wassers   vorstellt.   Er   allein   ist   in   der   Lage,   unsern   Lebensdurst   wirklich   zu   löschen.   So   heißt   es   nach   vielen anderen   wunderbaren   Worten   über   die   himmlische   Gottesstadt,   die   dort   zu   lesen   sind,   in   Offenbarung 21,6:   Und   der   auf   dem   Thron   saß,   sprach:   …   Ich   will   dem   Durstigen   geben   von   der   Quelle   des   lebendigen Wassers umsonst. In   unserer   Welt   entspringen   Quellen   auf   Berghöhen   und   fließen   hinab   in   die   Täler.   So   dürfen   wir   uns   das himmlische   Jerusalem   als   Quellort   jenseits   unserer   Welt   vorstellen,   der   doch   zugleich   durch   Christus   mit unserer   Welt   verbunden   ist.   Denn   auch   für   uns   und   auf   uns   lässt   er   sein   Lebenswasser   fließen.   Was   er   am Kreuz   auf   Golgatha   vergossen   hat,   damit   werden   wir   in   unserer   Taufe   besprengt,   damit   tränkt   er   uns   im Abendmahl. Und sein Evangelium löscht mit seinem Trost den Lebensdurst, wenn wir’s hören und lesen. Solange   wir   noch   auf   der   Pilgerreise   durchs   Leben   sind,   werden   wir   immer   wieder   durstig   werden.   Damit wir   auf   dem   Weg   zum   himmlischen   Ziel   nicht   auf   der   Strecke   bleiben,   ist   es   daher   ein   großer   Segen,   dass Christus   schon   jetzt   seine   Lebensquelle   für   uns   so   reichlich   sprudeln   lässt.   Machen   wir   davon   Gebrauch   in unseren   Gottesdiensten.   Nehmen   wir   nicht   Zuflucht   bei   ungesunden   künstlichen   Durstlöschern,   sondern gehen   wir   dorthin,   wo   das   Wasser   klar,   lebendig   und   heilsam   sprudelt,   weil   es   aus   dem   Himmel   kommt   und zum Himmel führt. So grüße ich Sie alle mit herzlichen Segenswünschen fürs neue Jahr 2018, Ihr Pastor Armin Wenz
Jahreslosung 2018 Acryl von U. Wilke-Müller © GemeindebriefDruckerei.de