Gemeinde St. Maria-Magdalena - Pfarramt - Advokatenweg 48 - 06114 Halle (Saale) Impressum Datenschutz

Der Brief

Gelobt sei Gott, der Vater

unseres Herrn Jesus Christus,

der uns nach seiner großen

Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu

einer lebendigen Hoffnung durch die

Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Der Sonntag nach Ostern wird Quasimodogeniti

genannt, „wie die neugeborenen Kinder“ heißt das

auf Deutsch. So leben wir Christen, weil wir getauft

sind und an den auferstandenen Jesus Christus

glauben. Vorher lebten wir nur auf den Tod hin.

Denn wir wurden geboren, um wieder zu sterben.

Das war die einzige Gewissheit. Wir verdrängten

das oftmals. Aber im Innersten wussten wir: „Mitten

wir im Leben sind mit dem Tod umfangen.“

(Gesangbuch Nr. 783) Oft holte uns der Gedanke

an den Tod ein. Oder das Bewusstsein von Schuld

und Versagen. Der ewige Tod vor uns und das

mahnende Gewissen in uns. War das wirklich das

Leben?

Nun ist aber alles ganz anders. Gelobt sei Gott! Nun heißt es nicht mehr. Mitten im Leben sind wir im Tod. Sondern mitten im Sterben sind wir vom Leben umfangen. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg“. (1. Korinther 15,54b) Auch jetzt noch gibt es zwar an jedem Tag seine eigene Last oder Not. Aber es ist ein Ziel da, auf das wir hinleben: ewiges Leben. Und dies Leben hat jetzt schon begonnen, der Tod liegt hinter uns. Unsere Herzen sind voll Freude. Gelobt sei Gott. Das müsste das neue Lied von uns Christen sein, unser ständiges Osterlied. Warum singen wir es nicht? Warum gibt es in der Kirche laut vernehmlich Streit? Weil wir unsere Anfechtungen ernster nehmen als die Auferstehung Jesu Christi. Weil wir mehr an unserem Glauben zweifeln, als der Macht Gottes vertrauen. Von ihr aber heißt es im ersten Petrusbrief, dass sie es ist, die uns durch den Glauben zur Seligkeit bewahrt. (1,5) Gottes Macht und Treue, nicht die Qualität unseres Glaubens. Durch den Glauben allein werden wir selig, aber nicht aufgrund unseres Glaubens. Den wir oftmals beobachten, wobei wir dann nur so weit kommen zu singen: „Mit unserer Macht ist nichts getan.“ (527,2) Es gilt, unser ganzes Christsein aufzubauen auf Gottes Treue und nicht auf unsere Gedanken über Gott, auf unsere Erlebnisse und Gefühle. Sonst kommen wir nie auf festen Grund. Sonst hören wir nie auf, uns verrückt zu machen: ob wir denn wirklich das richtige Bedürfnis nach Gottesdienst und Abendmahl hätten, den richtigen Auferstehungsglauben. Es kann ja gar nicht anders sein, dass allen schönen Gefühlen des Glaubens harte Rückschläge folgen. Wenn unser Christentum, unsere Glaubensgewissheit und auch unsere Osterfreude nur auf Stimmungen und Gefühlen beruhten, wäre es eine Unsinnigkeit, auf bleibende Freude zu hoffen. Die Freude bleibt nur, wenn ich auf Gottes Treue baue. Und wenn der „Grund, da ich mich gründe“ (529,3), allein Christus und sein Blut ist. Nur dann kann unser Herz froh werden und froh bleiben. Gelobt sei Gott! Allen Gemeindegliedern und Freunden der Parochie Halle-Dessau wünsche ich eine gesegnete Osterzeit! Pastor Fischer
Foto: Amt für Gemeindedienst