Geistreiches


Unser Gemeindebrief
An dieser Stelle veröffentlichen wir regelmäßig die Andacht aus dem derzeit aktuellen Gemeindebrief. Der Gemeindebrief selbst erscheint etwa alle 3 Monate. Er enthält verschiedene personenbezogene Daten und kann daher nicht komplett zum Download eingestellt werden. Er wird nur als gedrucktes Exemplar an Gemeindeglieder verteilt sowie in der Magdalenenkapelle ausgelegt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Gemeindebrief als pdf-Datei per E-Mail zu erhalten. Wenden Sie sich dazu bitte an das Pfarramt und legen Sie kurz Ihre Beweggründe für den gewünschten Bezug dar.

Der Brief

Da weinte Jesus.
(Johannes 11,35 ǀ Einheitsübersetzung)

Liebe Leser,
der Monatsspruch für März ist einer der kürzesten Verse der Bibel – und doch einer der tiefsten Brunnen unseres Trostes. Am Grab seines Freundes Lazarus steht der Herr der Herrlichkeit und weint.
Für uns lutherische Christen ist dieser Vers ein kostbares Juwel der Christologie. Wir lehren und glauben, dass Jesus Christus wahrhaftiger Gott und wahrhaftiger Mensch ist. Hier sehen wir keine unnahbare Gottheit, die ungerührt über den Dingen schwebt, wie es die Philosophen der Antike lehrten. Wir sehen einen Gott, der Fleisch geworden ist, um unser Leid nicht nur aus der Ferne zu betrachten, sondern es an seinem eigenen Leib zu tragen.
Hier zeigt sich dreierlei:
1. Gott ist kein Fremder in unserem Schmerz.
Wenn wir im Gebet vor Gott treten, sprechen wir nicht zu einem „unbewegten Beweger“. Wir sprechen zu dem, der die Bitterkeit des Todes und den Verlust geliebter Menschen selbst durchlebt hat. Seine Tränen heiligen unsere Tränen.
2. Der Zorn über die Sünde: Jesus weint nicht nur aus Mitgefühl. Im griechischen Urtext schwingt ein heftiger Zorn über die Macht des Todes mit. Er weint, weil die Sünde die gute Schöpfung Gottes so verunstaltet hat. Seine Tränen sind der Vorbote seines Kampfes am Kreuz, wo er den Tod endgültig besiegen wird.
3. Vom Weinen zum Leben: Nur Augenblicke nach diesen Tränen ruft Jesus: „Lazarus, komm heraus!“ Die Tränen Jesu sind nicht das letzte Wort. Sie sind eingebettet in seine Macht, die das Leben zurückbringt – mehr noch – die ewiges Leben schenkt.

Ihr/Euer Pastor Felix Hammer